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Stefan Hoehl
Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
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4. VhU-Sozialforum "Wie bleibt die Rente finanzierbar?"

VhU: „Länger arbeiten stabilisiert die Rente und ist generationengerecht – Altersarmutsdebatte wird mit Falschmeldungen geführt“

24.04.2017
svklein.jpgFrankfurt am Main. Wir stehen in der Rentenpolitik vor einer entscheidenden Weichenstellung: Bleiben wir beim zukunftsfähigen 3-Säulen-Modell aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente? Oder setzen sich die irrationalen Angstmacher durch, die gegen alle demografischen Fakten den aussichtslosen Versuch unternehmen wollen, eine Vollversorgung durch die gesetzliche Rente herbei zu zwingen?
Das war Thema des 4. VhU-Sozialforums mit Finanzminister Dr. Thomas Schäfer (CDU), Dr. Hermann Otto Solms (FDP), Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (Bündnis 90/Die Grünen).

Dazu erklärt Roland Walter, Mitglied des Präsidiums der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU): „Die gesetzliche Rente ist und bleibt die wichtigste Säule der Altersabsicherung. Um sie zu stärken, ist eine längere Lebensarbeitszeit das wirksamste und generationengerechteste Mittel. Wer länger lebt und gesünder alt wird, muss auch länger zur Finanzierung seiner Rente beitragen. Deshalb muss die abschlagfreie Frührente mit 65 und früher sofort beendet werden. Dagegen muss die mit Falschmeldungen geführte Altersarmuts-Diskussion dringend vom Kopf auf die Füße gestellt werden. Denn die gesetzliche Rente wird schon heute wesentlich ergänzt durch Betriebs- und Riester-Renten, Lebensversicherungen und Wohneigentum. Es ist deshalb ein Kardinalfehler, wenn die Gegner der kapitalgedeckten Altersvorsorge Angst vor Altersarmut schüren, indem sie allein auf die gesetzliche Rente blicken. Statt Verunsicherung der Bürger brauchen wir mehr freiwillige kapitalgedeckte Altersvorsorge im Betrieb und auch privat. Der hessische Vorschlag einer Deutschlandrente ist ein wichtiger Impuls, müsste aber unbedingt wettbewerbsneutral ausgestaltet werden. Denn der Staat ist nicht der bessere Kapitalanleger.“


„Die hessische Wirtschaft hat größtes Interesse an einem stabilen und zukunftsfähigen Altersvorsorgesystem. Dagegen sind noch schneller steigende Rentenversicherungsbeiträge, wie dies die Gewerkschaften fordern, Gift für Arbeitsplätze und schädigen die Finanzierungsgrundlage der Rentenversicherung. Die Bürger müssen wissen, dass sie sich nicht allein auf den Staat verlassen können. Sie müssen auch selbst für die Altersvorsorge aktiv werden", sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert, Die Arbeitgeber berühre die aktuelle rentenpolitische Diskussion stark. Denn schon heute sei in kaum einem anderen Land die Belastung des Faktors Arbeit mit Abgaben so hoch wie in Deutschland. 1 Prozent höhere Sozialversicherungsbeiträge vernichteten deutschlandweit 100.000 Arbeitsplätze. „Überhöhte Sozialversicherungsbeiträge beschneiden nicht nur die Möglichkeiten, hierzulande unternehmerisch tätig zu werden oder zu bleiben. Der gesamten Gesellschaft werden Chancen auf Erwerbsarbeit und damit auf Lohn, soziale Absicherung und Steuern vorenthalten. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass der Gesamtsozialversicherungsbeitrag unter 40 Prozent bleibt“, sagte Pollert.

Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer erklärte: „Mit der gesetzlichen Rente als bleibender Hauptsäule sowie der Stärkung von ergänzender kapitalgedeckter Altersvorsorge und Betriebsrenten wurden bereits wichtige Weichen für die Alterssicherung gestellt. Mit unserem Modell der Deutschland-Rente wollen wir die betriebliche und private Altersvorsorge aber noch weiter fördern.“ Durch die Deutschland-Rente könne man auch Arbeitnehmer in kleinen, häufig nicht tarifgebundenen Unternehmen erreichen – ohne die Arbeitgeber zu überfordern, so der Minister weiter. „Zusätzlich könnte ein staatlich organisierter Rentenfonds Standards für andere Anbieter setzen und so zu mehr Wettbewerb im Bereich der Altersvorsorge beitragen. Das wäre ein klarer Vorteil für unsere Bürgerinnen und Bürger.“

Weitere Informationen:

14 Punkte für eine auskömmliche Altersversorgung ohne Überforderung der aktiven Generation


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