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3. März: Aktionstag „Gute Bedingungen für Bildung“

Feuchthofen: „An Schulen Umschichtungen für neue Aufgaben möglich // Hessen hat bundesweit höchste Lehrerversorgung.“

03.03.2016
706528_web_r_by_joerg_trampert_pixelio_hellx.jpgFrankfurt am Main. Die hessische Wirtschaft hält die Vorwürfe von Lehrern, Eltern und Schülern, der Zustand des hessischen Bildungssystems verschlechtere sich zusehends, für abwegig. „Natürlich ist Bildung ein Zukunftsfeld. Sie braucht alle Förderung, die das Land ihr geben kann. Aber auch Schulen dürfen finanziell kein Fass ohne Boden werden. Auch hier muss man umschichten, wenn viele neue und zusätzliche Aufgaben gewünscht und umgesetzt werden“, kritisierte Jörg E. Feuchthofen, Geschäftsführer Bildungspolitik der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), Stimmen aus der Eltern-, Lehrer- und Schülerschaft, die im Rahmen des Aktionstags „Gute Bedingungen für Bildung“ am 3. März jede Stellenverlagerung aus den gymnasialen Oberstufen strikt ablehnten.
Kein anderes Bundesland habe so massiv wie Hessen eine vergleichbar hohe Lehrerversorgung von 105 Prozent aufgebaut und halte daran trotz sinkender Schülerzahlen fest. Gleichzeitig seien aufwändige Herausforderungen angepackt worden, vom Pakt über den Nachmittag über mehr Inklusion bis hin zu Stellenzuweisungen nach dem Sozialindex und Intensiv-Klassen für Flüchtlingskinder. „Noch mehr Leistungen bei einer schon sehr guten Finanzausstattung auf Rekordniveau müssen daher auch im Bildungssystem Hand in Hand mit vertretbaren Umschichtungen verbunden werden“, forderte Feuchthofen unter Verweis auf sogar schmerzhafte Einsparungen in vielen anderen Politikfeldern vor dem Hintergrund der Vorgaben der Schuldenbremse im Land.

Der VhU-Geschäftsführer wies darauf hin, dass es sich bei der Reduktion von Lehrerstellen in der gymnasialen Oberstufe nicht um Kürzungen oder Streichungen, sondern um eine Verlagerung bzw. Umschichtung in die genannten neuen Aufgabenfelder im Schulsystem handele. Deren Ausbau hätten auch alle diejenigen begrüßt, die jetzt beim Aktionstag angebliche Sanierungsstaus und eine gescheiterte Bildungspolitik beklagten. „Wer wie die Gymnasien in den vergangenen Jahren bei verringerten Klassengrößen und mehr Lehrkräften profitiert hat, muss auch bereit sein, über den Tellerrand zu blicken und nicht einseitig eigene Interessen ohne Rücksicht auf schlechter gestellte oder als innovativ begrüßte Bereiche des Schulwesens durchzusetzen“, mahnte Feuchthofen. Die begrenzten Ressourcen seien deshalb vor dem Hintergrund der Schuldenbremse so zu verteilen, dass sie eine unter den gegebenen Bedingungen bestmögliche Bildung für alle Schüler und eben nicht nur an den Gymnasien ermöglichten. Die VhU sehe zudem bisher nicht, dass mit der maßvollen Reduktion von Stellen an den Oberstufen generell ein deutlicher Qualitätseinbruch im Unterricht verbunden sei. Bei Einzelfällen habe der Kultusminister schon eine Prüfung mit Abfederung zugesagt.

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