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Jörg Feuchthofen
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Digitalpakt D(eutschland) für Schulen wird kommen

Ergebnisse vom 34. VhU - Bildungsforum: Bildung digital – Von der Strategie zur Praxis

26.06.2017
bildungklein.jpgDie Schulen in Deutschland werden bei der Digitalisierung aufgerüstet. In den ersten Monaten des Jahres haben Bund und Länder an zentralen Eckpunkten für den von Bundesministerin Wanka angekündigten "Digitalpakt" Deutschland für rund 40.000 Schulen im ganzen Land gearbeitet. Der zuständige Abteilungsleiter im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Matthias Graf von Kielmansegg stellte beim Bildungsforum am 26.06.17 die wesentlichen Teile des Paktes vor.
Danach gehe es zunächst um den Breitbandausbau und den Anschluss an schnelle Internet-Verbindungen. Dann soll die Vernetzung an den Schulen selbst erfolgen, auch mit festen Endgeräten. Die Auswahl, Ausstattung und Finanzierung mobiler Endgeräte bleibe dagegen Ländersache. Der Bund will sich überdies bei Angeboten der Aus- und Fortbildung von Lehrern beteiligen.

Die Schulexperten aus ganz Hessen hinterfragten vor allem Details der konkreten Zusammenarbeit von Bund, Ländern, kommunalen Schulträgern und den Schulen selbst. Der Referent machte hierzu deutlich, dass noch viele Fragen zum Management des Paktes zu klären bzw. zu vereinbaren seien. Der Pakt könne zudem keine dauerhafte Finanzierung bieten, sondern mit den angedachten 50 Milliarden Euro nur eine Erstausrüstung. Die Folgekosten bei Wartung, Betrieb und Modernisierung lägen dann bei den Schulträgern. Über die Bereitstellung der Finanzmittel im Bundeshaushalt in Tranchen, beginnend mit 2018, solle einvernehmlich erst nach der Bundestagswahl entschieden werden.

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Die schulpolitischen Sprecher der Fraktionen im Hessischen Landtag bejahten angesichts des hohen Investitionsvolumens gemeinsam die Notwendigkeit eines Schulterschlusses von Bund und Ländern. Der Abgeordnete Matthias Wagner von Bündnis 90/Die Grünen warnte jedoch davor, dass ein digitales Gerät in der Schule allein kein digitales Bildungskonzept bedeute. Vieles beim jetzigen Stand des Bildungspakts klinge noch eher nach einem Wahlkampfgag. Der FDP-Abgeordnete Wolfgang Greilich verwies auf schwierige Fragen in der Zusammenarbeit von Bund, Ländern und Schulträgern, die noch nicht gelöst seien. Letztlich müsse der Nutzen für die Schulen im Vordergrund stehen, zumal Hessen im Ländervergleich bei der Digitalisierung der Schulen und Lehrenden derzeit noch auf einem der hinteren Plätze liege. Armin Schwarz von der CDU-Fraktion hielt dem entgegen, dass in Hessen bereits viel geschehe. Das Land habe als erstes Bundesland digitale Lehr- und Lernmittel zugelassen und eine feste Kooperation aller ausbildenden Hochschulen zur Medienkompetenz im Unterricht etabliert. Der SPD-Abgeordnete Christoph Degen forderte, das digitale Lernen sei in vielen Punkten noch genauer zu definieren. Es gehe auch um das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und die klare Ansage, dass analoges Lernen weiterhin unverzichtbar sei.

unbenannt-3.jpgIn seinem Schlusswort betonte VhU-Geschäftsführer Jörg Feuchthofen die Erkenntnis, dass es mit einem digitalen Anschluss und der Ausstattung der Schulen nicht getan sei. Beginnend mit der Lehrerfortbildung gehe es auch um die Lehrerausbildung. Besonders heikel werde es, die Länder dann entscheiden müssen, in welchen Fächern, alten oder neuen, sie die digitalen Bildungsinhalte konkret verankern wollen. Hier könne nicht mehr jedes Land seinen ganz eigenen Weg gehen, sondern ein gemeinsamer Korridor sei unverzichtbar. Für die Wirtschaft sei zentral, dass die Berufsschulen mit ihrer Ausbildungsnähe zur Arbeitswelt Wirtschaft 4.0 beim Digitalpakt besonders im Fokus stünden.

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