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VhU unterstützt Aktionsprogramm „Berufsschule 2020“

Pollert: „Berufsschulen müssen Flaggschiffe des Bildungssystems werden!“

07.09.2017
Frankfurt am Main. Die VhU unterstützt das Aktionsprogramm „Berufsschule 2020“ des Netzwerks Zukunft der Industrie e.V. und teilt die Forderungen an die Politik, die Berufsorientierung an den Schulen zu verbessern, Ausbildungsordnungen durch Technologieoffenheit flexibel zu halten und den Wissenstransfer zwischen Betrieb und Berufsschule zu stärken.
„Digitalisierung und demografischer Wandel sind die zentralen Herausforderungen bei der Versorgung der Wirtschaft mit Fachkräften. Deshalb sind leistungsfähige und gut ausgestattete berufliche Schulen für die Wirtschaft unverzichtbar. Sie müssen zu Flaggschiffen des Bildungssystems und modernen Stätten des Wissenstransfers gemacht werden, in denen die Möglichkeiten der Digitalisierung genutzt werden können.

Ihre zentrale Aufgabe ist die duale Berufsausbildung, die durch die Verbindung von theoretischer und betrieblich-praktischer Ausbildung besonders schnell und kontinuierlich auf technologische Veränderungen in der Wirtschaft reagiert“, kommentierte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), die Vorstellung des Aktionsprogramms heute durch Stefan Körzell, DGB, und Peter Clever, BDA, in der Frankfurter Paul-Ehrlich Berufsschule.

Für besonders wichtig hält die VhU dabei die Investition in eine zukunftsfähige Ausstattung der beruflichen Schulen, wie das Beispiel der Paul-Ehrlich-Schule in Frankfurt/Höchst zeige. An dieser wichtigen naturwissenschaftlich-technischen berufsbildenden Schule würden ca. 1.800 Schülerinnen und Schüler ausgebildet. Dort lernten beispielsweise die angehenden Fachkräfte für viele Unternehmen im Industriepark Höchst. Das Schulgebäude sei aber bereits in den Sechzigern erstellt und sowohl Substanz als auch Ausstattung seien in die Jahre gekommen.

Es werde in Zukunft noch wichtiger werden, dass ausnahmslos alle Jugendlichen eine qualifizierte Ausbildung durchliefen, die sie auf zukünftige Anforderungen im Berufsleben vorbereite. Die Wirtschaft setze darauf, gemeinsam mit der Politik die berufliche Bildung gegenüber einer übersteigerten Fixierung auf ein Hochschulstudium zu stärken. „Die duale Berufsausbildung ist sowohl eine attraktive Alternative zum Studium als auch selbst ein Weg in eine akademische Ausbildung. Dies garantiert Hessen durch den direkten Hochschulzugang für gut qualifizierte Facharbeiter (Durchschnittsnote im Facharbeiterbrief von 2,5), der 2016 eröffnet wurde und bundesweit beispielhaft ist. Wir möchten als Wirtschaft mehr Jugendliche für eine duale Berufsausbildung gewinnen. Aber gleichzeitig müssen sich die Hochschulen für eine stärkere Praxisorientierung öffnen“, so der VhU-Hauptgeschäftsführer.

Erwartungen der hessischen Wirtschaft an die Politik nach der Bundestagswahl 2017 (Auszug)

Dazu fordere die hessische Wirtschaft in ihren „Erwartungen an die Politik nach der Bundestagswahl“, eine bundeseinheitliche Regelung über das Hochschulrahmengesetz (HRG) herzustellen und durch Rahmenregelungen die Entwicklung zur mehr Praxisintegration zu fördern. Denn eine Schwäche der dualen Ausbildung sei die beschränkte Durchlässigkeit zum akademischen Sektor. 16 unterschiedliche Länderregelungen, die von einer weitgehenden Öffnung (Hessen) bis zu Eingangsprüfungen mit dem Nachweis von Berufspraxis reichten, trügen zusätzlich dazu bei, dass Jugendliche zunehmend unmittelbar in ein Studium gingen. Das duale Studium und berufsbegleitende Studiengänge seien ebenfalls auszuweiten, da auch hier eine erwünschte Verbindung von betrieblicher Praxis und akademischer Ausbildung stattfindet. Die Verbindung von betrieblicher Praxis und einer Ausbildung auf akademischem Niveau entspreche in besonderer Weise den zukünftigen Anforderungen auf dem Arbeitsmarkt, so auch die Empfehlung des Wissenschaftsrats.


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