Ansprechpartner

Stefan Hoehl
Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
Tel: 069 95808-200
Fax: 069 95808-205
E-Mail: SHoehl@vhu.de

Schriftgröße
A A A

VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im August 2017

Pollert: "Frauen machen das hessische Beschäftigungswunder erst möglich" / Kinderbetreuung ausbauen, um noch mehr Eltern Vollzeitarbeit zu ermöglichen

31.08.2017
arbeitsmarkt.jpgFrankfurt/Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im August um 1.559 auf 167.746 gesunken. Die Zahl der sozialversichert Beschäftigten liegt bei ca. 2,5 Mio. und damit weiterhin auf Rekordniveau." Das hessische Beschäftigungswunder ist nur möglich, weil erfreulicherweise auch immer mehr Frauen in Arbeit gekommen sind. Alleine in den letzten fünf Jahren ist die Zahl der sozialversichert beschäftigten Frauen in Hessen um rund 100.000 auf zuletzt über 1,1 Mio. gestiegen", sagte VhU-Hauptgeschäftsführer Dirk Pollert.

Foto: Dieter Schütz/pixelio.de

Vor allem die Möglichkeit, in Teilzeit zu arbeiten, habe deutlich mehr Frauen in Arbeit geführt. "Rund die Hälfte der sozialversichert beschäftigten Frauen hat zuletzt in Teilzeit gearbeitet. Bei den Männern waren es gerade mal zehn Prozent. Die überwiegende Mehrheit der Frauen hat sich dabei selbst gegen einen Vollzeitjob entschieden, beispielsweise um neben der Arbeit mehr Zeit für Kinder Familie oder Angehörige zu haben. Dies zeigt, dass die Teilzeitarbeit in vielen Fällen Beschäftigung erst möglich macht, weil sie hilft, den Job mit anderen Verpflichtungen unter einen Hut zu bringen. Wer weniger arbeitet, erwirbt jedoch auch weniger Berufserfahrung und hat damit schlechtere Verdienst- und Karrierechancen. Der hohe Anteil von Frauen in Teilzeit zusammen mit langen Familienpausen erklärt damit auch die vielzitierte Lohnlücke zwischen Männern und Frauen", sagte Pollert.

Pollert ergänzte, dass Frauen häufig besonders gut qualifiziert seien. Deshalb würden die hessischen Unternehmen gerne noch mehr Frauen in Vollzeit beschäftigen. Dafür tun die Unternehmen auch schon viel, zum Beispiel indem sie flexible Arbeitszeiten oder mobiles Arbeiten anbieten. "Frauen mit Kindern, die in Vollzeit arbeiten wollen, brauchen jedoch vor allem eine hochwertige, bedarfsgerechte und bezahlbare Kinderbetreuung. Deshalb sollten die Ganztagsbetreuung und Ganztagsschulen in Hessen weiter ausgebaut werden. Dazu gehören nicht nur mehr Plätze, sondern auch die familienfreundliche Ausweitung und Flexibilisierung der Betreuungszeiten. So kann sichergestellt werden, dass möglichst viele Eltern die Möglichkeit haben, in Vollzeit zu arbeiten, wenn sie dies möchten", sagte Pollert.

Hintergrund: Die Erwerbsquote von Frauen ist von rund 66 Prozent im Jahr 2005 auf fast 72 Prozent im Jahr 2015 gestiegen (Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit - Arbeitsmarkt für Frauen und Männer, Jahreszahlen 2016 u. 2011).

Zu den weiteren Meldungen