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Stefan Hoehl
Dr. Stefan Hoehl
Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik
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VhU zu den Arbeitsmarktzahlen im Juli 2017

Pollert: „Zu hohe Steuern und Beiträge verführen zur Schwarzarbeit“ / Einstieg in legale Beschäftigung nicht durch Überregulierung verhindern

01.08.2017
Frankfurt am Main. Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist im Juli bedingt durch die Urlaubszeit um 5.891 auf 169.305 gestiegen. „Die weiterhin sehr gute Lage am Arbeitsmarkt sorgt erfreulicherweise auch dafür, dass die Schwarzarbeit immer weiter zurückgeht. In diesem Jahr voraussichtlich auf rund 10 Prozent im Vergleich zum Brutto-Inlandsprodukt. 2003 waren es noch fast 17 Prozent.
Um die Schattenwirtschaft weiter zurückzudrängen, brauchen wir auch weiterhin Kontrollen. Noch viel dringender sind aber bessere Rahmenbedingungen für legale Beschäftigung. Vor allem zu hohe Steuern und Beiträge verführen zur Schwarzarbeit“, sagte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU).

Zu hohe Lohnzusatzkosten verteuerten nicht nur legale Arbeitsplätze, sondern vergrößerten auch die Schere zwischen Brutto- und Nettoeinkommen der Arbeitnehmer. „In kaum einem OECD-Land ist die Belastung mit Steuern und Beiträgen so hoch wie in Deutschland. Leider hat es der Gesetzgeber bisher verpasst, hier für Entlastung zu sorgen. Stattdessen erhöhen teure Leistungsversprechen wie die Mütterrente und die Rente mit 63 den Druck auf die Beiträge weiter. Dies wird aktuell noch durch die gute Wirtschaftslage aufgefangen. Wir brauchen jetzt endlich strukturelle Reformen in der Sozialversicherung, um die Beiträge dauerhaft unter 40 Prozent halten zu können“, sagte Pollert.

Nur wenn so viele Menschen wie möglich in Beschäftigung seien, könnten der Schwarzarbeit dauerhaft die Arbeitskräfte entzogen werden. „Flexible Beschäftigungsformen wie die Zeitarbeit und Befristungen haben einen großen Beitrag zu der positiven Arbeitsmarktentwicklung der letzten Jahre geleistet. Sie ermöglichen auch Niedrigqualifizierten und Langzeitarbeitslosen einen einfachen Einstieg in legale Beschäftigung. Eine stärkere Regulierung dieser Beschäftigungsformen würde dazu führen, dass sich das Tor in legale Beschäftigung für viele schließt. Dadurch würden sie geradezu in die Schwarzarbeit gedrängt“, sagte Pollert.

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