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Bildungs- und Gesellschaftspolitik
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VhU zu den Ergebnissen des "Bildungsmonitors 2017"

Hessen weiter nur im Mittelfeld der Bundesländer // Wirtschaft sieht großen Handlungsbedarf bei Schulqualität, aber auch Fortschritte bei Investitionen in berufliche und Hochschulen

17.08.2017
pollert156.jpgFrankfurt. Für das hessische Bildungssystem reicht es im Länderqualitätsvergleich 2017 der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) mit 50,7 Punkten leider wieder nur zu einem 10. Platz. Das Bundesland bewegt sich mit einer Differenz von rund einem Punkt im Umfeld von Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen im unteren Mittelfeld. Der Abstand zu den Top 3 ist allerdings groß.
Zugleich belegte Hessen in der Verbesserungsdynamik gegenüber 2013 mit 2,9 Punkten einen mittelmäßigen 7. Platz. "Wir sehen großen Handlungsbedarf bei der Schulqualität, aber auch Fortschritte bei den Investitionen in berufliche Schulen und Hochschulen", kommentierte Dirk Pollert, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände e.V. (VhU), die heute vorgestellten Ergebnisse des diesjährigen Bildungsmonitors des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln.

Aus Sicht der Wirtschaft sei vor allem der 13. Platz in der Schulqualität zu schwach. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf und zudem einen Beleg für unsere Kritik an der jüngsten Abschwächung der Instrumente des schulischen Qualitätsmanagements, wie dem externen Schul-TÜV. Im 14. Jahr biete der Monitor mit 93 Indikatoren in 12 Handlungsfeldern ein bewährtes Instrument, um konkrete Verbesserungen anzugehen. "Eine grundlegende Erkenntnis des 14. Monitors, dass mit den Möglichkeiten der Digitalisierung durch Lehrkonzepte und Lehrerfortbildung die Schulqualität deutlich gesteigert werden kann, muss auch für Hessen Priorität in der Umsetzung haben", ergänzte Pollert. Die VhU zeigte sich vor allem mit Blick auf den weit unterdurchschnittlichen Fremdsprachenunterricht in Grund- und Berufsschulen besorgt. Ebenso trügen die recht schwachen Ergebnisse der Schulleistungstests in Mathematik und Naturwissenschaften, wie auch die vergleichsweise zu niedrigen Lesekompetenzen, zum schlechten Ergebnis in der Schulqualität bei. "Hier kann und sollte man bei den Grund- und Berufsschulen zügig anpacken und gegensteuern", so Pollert.

Allerdings weise der Ländervergleich auch verschiedene vordere Plätze aus, die von der Wirtschaft positiv gesehen würden: Z. B. einen 2. Platz bei der sogen. Inputeffizienz, zu der eine ausgeglichene Altersstruktur der Lehrerschaft und vor allem hohe Investitionen in berufliche Schulen und Hochschulen gehörten. Auch das überdurchschnittliche Betreuungsangebot an Ganztagsschulen habe zu dem bundesweit 5. Platz bei der Förderinfrastruktur beigetragen. Schließlich gehöre der erreichte 6. Platz bei der schwierigen Herausforderung Integration zu den positiven Ergebnissen, vor allem hinsichtlich des zweitniedrigsten Anteils ausländischer Jugendlicher ohne Schulabschluss.


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