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70 Jahre Flughafenverband ADV: Wachstum, Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit

18.05.2017
Flughäfen werden zum Herzmuskel der deutschen Wirtschaft // ADV setzt Zeichen für die Zukunft des deutschen Luftverkehrs
Ber­lin, 17. Mai 2017. Was 1947 mit rund 500 Mit­ar­bei­tern und 200.000 Pas­sa­gie­ren begann, ent­wi­ckelte sich zu einem bedeu­ten­den Indus­trie­zweig der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land: 223 Mio. Pas­sa­giere und mehr als 4,6 Mio. Ton­nen Fracht zähl­ten die deut­schen Flug­hä­fen im Jahr 2016, 180.000 Mit­ar­bei­ter erwirt­schaf­ten einen Umsatz von 5,5 Mrd. Euro. Heute sind Deutsch­lands Flug­hä­fen der Herz­mus­kel unse­rer glo­bal ver­netz­ten Volks­wirt­schaft. Alle Privat- und Geschäfts­rei­sen­den pro­fi­tie­ren von einer hoch­leis­tungs­fä­hi­gen Flug­ha­fen­in­fra­struk­tur. 600 Ziele sind im Direkt­flug erreich­bar, über 250 Air­lines star­ten und lan­den, 40 Pro­zent des deut­schen Außen­han­dels läuft über deut­sche Flug­hä­fen. Aus Ein­rich­tun­gen der öffent­li­chen Daseins­vor­sorge sind die Flug­hä­fen heute zu fas­zi­nie­ren­den Erleb­nis­wel­ten und Logis­tik­zen­tren gewor­den.

„Vor 70 Jah­ren wurde der Flug­ha­fen­ver­band ADV gegrün­det und ist seit­dem ein kom­pe­ten­ter Ansprech­part­ner für die Flug­hä­fen, die Poli­tik und Öffent­lich­keit. Dass unser Ver­band heute nöti­ger denn je ist, zei­gen die aktu­el­len The­men wie Kapa­zi­täts­er­wei­te­run­gen und Betriebs­zei­ten, Umwelt- und Flug­lärm­schutz sowie Luft­si­cher­heit und Ver­kehrs­pla­nung. Wenn die Flug­hä­fen nicht mehr bedarfs­ge­recht Wach­sen dür­fen – wie es in Mün­chen oder Düs­sel­dorf aktu­ell der Fall ist – kön­nen sie nicht wirt­schaft­lich arbei­ten und ver­lie­ren ihre Wett­be­werbs­fä­hig­keit. Durch Wett­be­werbs­ver­schär­fun­gen wie die Luft­ver­kehrs­steuer, wer­den Wachs­tum und Wirt­schaft­lich­keit künst­lich gekappt“, erklärt Michael Gar­vens, Prä­si­dent des Flug­ha­fen­ver­ban­des ADV.

Die Erwar­tun­gen an die Poli­tik hat ADV-Präsident Michael Gar­vens in fünf Kern­bot­schaf­ten zusam­men­ge­fasst:
  1. Wir brau­chen eine bedarfs­ge­rechte Infra­struk­tur auch in der Zukunft. Unsere Pro­gno­sen sagen bis 2030 etwa 300 Mio. Pas­sa­giere an deut­schen Flug­hä­fen vor­aus. Dafür müs­sen wir die Kapa­zi­tä­ten schaf­fen, damit das Wachs­tum nicht an Deutsch­land vor­bei­geht.
  2. Deutsch­land ist ein star­ker Logis­tik­stand­ort. Flüge in der Nacht sind für die glo­bale Logis­tik­wirt­schaft unab­ding­bar. Dafür brau­chen wir Flüge in der Nacht und in den Tages­rand­zei­ten. Darum müs­sen wir die bestehen­den Betriebs­zei­ten erhal­ten.
  3. Flug­hä­fen müs­sen Rechts- und Pla­nungs­si­cher­heit haben. Ange­sichts enor­mer Inves­ti­ti­ons­an­stren­gun­gen der Flug­ha­fen­be­trei­ber darf es keine will­kür­li­chen Ein­griffe in bestehende Betriebs­ge­neh­mi­gun­gen geben.
  4. Die deut­schen Flug­hä­fen ste­hen zur Nut­zer­fi­nan­zie­rung des Luft­ver­kehrs. Dafür sind die Flug­hä­fen auf kos­ten­de­ckende Ent­gelte ange­wie­sen. Die deut­schen Flug­hä­fen kön­nen ihren vor­bild­li­chen Qualitäts- und Sicher­heits­stan­dard nur hal­ten, wenn sie ange­mes­sene Ent­gelte durch­set­zen kön­nen.
  5. Luft­ver­kehrs­ab­kom­men mit außer­eu­ro­päi­schen Staa­ten müs­sen zu einer bes­se­ren Kon­nek­ti­vi­tät füh­ren. Pas­sa­giere und Wirt­schaft brau­chen gute Direkt­ver­bin­dun­gen zu Zie­len in aller Welt. Markt­ab­schot­tung gefähr­det lang­fris­tig den Stand­ort Deutsch­land.
Wer die Wett­be­werbs­po­si­tion der deut­schen Luft­fahrt ver­bes­sern möchte, sollte dies durch geeig­nete Maß­nah­men tun. Hier for­dern wir ins­be­son­dere den Ein­stieg in den Aus­stieg bei der Luft­ver­kehr­steuer und die Absen­kung der aus­ufern­den Luft­si­cher­heits­kos­ten.

„Der Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land braucht Kon­nek­ti­vi­tät. Für die export­starke deut­sche Wirt­schaft sind inter­na­tio­nale Luft­ver­kehrs­an­bin­dun­gen unver­zicht­bar. Im welt­wei­ten Wett­be­werb um Markt­an­teile hin­ken wir wei­ter hin­ter­her. Deutsch­land mit sei­ner poly­zen­tri­schen und föde­ra­len Struk­tur ist auf leis­tungs­fä­hige Flug­hä­fen ange­wie­sen. Die Flug­hä­fen ver­lie­ren auch bei allen Wirtschaftlichkeits- und Wachs­tums­sor­gen ihre Ver­ant­wor­tung gegen­über der Umwelt und den Anwoh­nern nicht aus den Augen“, betont ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Bei­sel. 1972 prä­mierte die ADV leise und moderne Flug­zeuge als Anreiz für die Indus­trie. Seit Mitte der 70er Jahre gibt es die lärman­hän­gi­gen Flug­ha­fen­ent­gelte. „Das Prin­zip ist ein­fach: Ein lei­ses, emis­si­ons­ar­mes Flug­zeug kos­tet die Air­line weni­ger Ent­gelt als ein dre­cki­ges, lau­tes. Lärm­ab­hän­gige Lan­de­ent­gelte stel­len somit eine sinn­volle Maß­nahme zur Redu­zie­rung von Lärm- und Kli­ma­schutz­be­las­tun­gen dar“, Bei­sel abschlie­ßend.

Das 70-jährige Jubi­läum des Flug­ha­fen­ver­ban­des ADV wird am mor­gi­gen Abend in fest­li­chem Ambi­ente gefei­ert. Hierzu erstrahlt der ehe­ma­lige Flug­ha­fen Tem­pel­hof in den Far­ben der ADV. Neben Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Dobrindt, meh­re­ren Staats­se­kre­tä­ren des Bun­des und der Län­der sowie über 100 Abge­ord­ne­ten des Deut­schen Bun­des­ta­ges haben sich die Pro­mi­nenz aus Luft­ver­kehrs­wirt­schaft und Medien ange­kün­digt. Über 2.200 Anmel­dun­gen sind ein­ge­gan­gen.


Quelle: ADV


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