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Arbeitgeber kritisieren Nahles-Vorschlag - Wendel: „Mehr Zukunftsorientierung in der beruflichen Weiterbildung“

16.02.2017
Mit wenig Verständnis haben die Unternehmer des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes Mittelhessen (agvm) auf die Ankündigung von Bundesarbeitsministerin Nahles bezüglich der Umsetzung eines  ...
Rechts auf berufliche Weiterbildung reagiert. Die an diesem Wochenende im Rahmen des Hessengipfels der SPD gemachten Aussagen setzen aus Sicht der heimischen Arbeitgeber an der falschen Stelle an.

Mit wenig Verständnis haben die Unternehmer des Allgemeinen Arbeitgeberverbandes Mittelhessen (agvm) auf die Ankündigung von Bundesarbeitsministerin Nahles bezüglich der Umsetzung eines Rechts auf berufliche Weiterbildung reagiert. Die an diesem Wochenende im Rahmen des Hessengipfels der SPD gemachten Aussagen setzen aus Sicht der heimischen Arbeitgeber an der falschen Stelle an. Vorsitzender Klaus-Achim Wendel erläuterte die Kritik des Verbandes: „Im Zeitalter der Digitalisierung machen auch wir uns in den Betrieben Gedanken, wie eine Qualifizierung 4.0 sinnvoll umgesetzt werden kann. Dabei muss eines im Mittelpunkt der Überlegungen stehen: Wie können wir Interessen und Neigungen unserer Mitarbeiter mit dem Weiterbildungsbedarf der Unternehmen zusammenbringen. Nur wenn es uns gelingt, die zukünftigen Anforderungen in den verschiedenen Branchen differenziert und punktgenau bei den Arbeitnehmern weiterzuentwickeln, werden wir gut gerüstet in die digitale Zukunft starten können. Die Utopie eines rechtlichen Anspruchs auf berufliche Weiterbildung steht im krassen Gegensatz zu diesem erfolgversprechenden Weg. Schließlich zwingt eine gesetzliche Regelung jeden Arbeitgeber am Ende dazu, Unterstützungsleistungen, wie dienstliche Freistellungen für Weiterbildungswünsche, auch fern der beruflichen Anwendbarkeit zu gewähren. Das wichtige Miteinander zwischen Unternehmen und Mitarbeiter bei der Suche nach geeigneten Qualifizierungsmöglichkeiten wird ad absurdum geführt, weil am Ende der Arbeitnehmer mit Verweis auf den rechtlichen Anspruch immer selbst über seine Weiterbildungsmaßnahmen entscheiden kann.“


Besonders der Blick auf die ständig gestiegenen Ausgaben der deutschen Unternehmen für die Weiterbildung ihrer Beschäftigten verdeutlicht das Engagement der Arbeitgeber. Alleine 2013 beliefen sich diese Aufwendungen auf über 33 Milliarden. „Unsere Betriebe investieren seit Jahren Rekordsummen in die Weiterqualifizierung. Fast neun von zehn Firmen sind im der betrieblichen Fortbildung engagiert und nutzen immer mehr die Gelegenheit um durch sogenanntes Upskilling die eigenen Beschäftigten fit für die Digitalisierung zu machen. Schließlich sollte nicht vergessen werden, dass es eine zentrale Aufgabe und ureigenes Interesse jedes Arbeitgebers ist, die Beschäftigungsfähigkeit der Belegschaft auf einem möglichst hohen Niveau zu halten. Insgesamt hat unsere deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten mehr als deutlich gemacht, dass ihr die Qualifizierung der Mitarbeiter selbstverständlich am Herzen liegt. Politik und Gewerkschaften sollten bei ihrem reflexartigen Rufen nach gesetzlichen Regelungen nicht vergessen, dass nur eine bedarfsgerechte Fortbildung am Ende auch ein berufliches Weiterkommen unterstützen kann. Um diesen Bedarf zu ermitteln, genügt meist ein persönliches Gespräch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, ganz ohne gesetzliche Zwänge“, so Wendel.


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