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HESSENMETALL: IG Metall-Forderungsempfehlung abgelehnt

11.10.2017
Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall Dr. Rainer Dulger weist die Forderungsempfehlung des IG-Metall-Vorstands für die Tarifrunde 2018 als „rückwärtsgewandt statt zukunftsorientiert“ zurück. ...
Dulger verweist darauf, dass die Metaller schon heute im Bundesdurchschnitt mehr als 56.000 Euro im Jahr verdienten und es in den vergangenen fünf Jahren Tariferhöhungen gab, die sich auf fast 20 Prozent addierten. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, das zu erwirtschaften. Wir dürfen deshalb in guten Jahren nur so viel draufsatteln, dass wir das auch in schlechteren Jahren tragen können.“ Natürlich sei eine Forderung noch kein Abschluss, aber „wenn die IG Metall mutwillig falsche Erwartungen weckt, wird der Weg zum Kompromiss unnötig erschwert.“

Zu den Vorstellungen der IG Metall zur Arbeitszeit erklärt Dulger: „Die Forderungen gehen an dem Alltag in unseren Betrieben vorbei. Für die allermeisten Arbeitszeitwünsche der Beschäftigten wird in den Betrieben schon heute eine passende Lösung gefunden. Ein Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung aber würde den Fachkräftemangel weiter verschärfen. Weil qualifiziertes Personal fehlt, bleiben schon jetzt oft Aufträge liegen.“

Dulger verweist zudem darauf, dass 84 Prozent aller Beschäftigten der Metall- und Elektro-Industrie eine solidarische Finanzierung von Auszeiten ablehnten. Die Beschäftigten seien der Ansicht, dass Auszeiten vom betreffenden Arbeitnehmer selber zu finanzieren sind. Aber es sei richtig, über ein flexibler einsetzbares Arbeitszeitvolumen zu reden, denn man brauche Arbeitszeitregelungen, die Betrieben und Beschäftigten gerecht werden. Die Arbeit müsse immer erledigt werden - und sie dürfe nicht noch teurer werden.

Dulger weiter: „Angesichts der Digitalisierung, der Mobilität und der Demografie müssen alle Unternehmen jetzt Investitionsentscheidungen treffen. Wir wollen, dass diese Investitionsentscheidungen wieder zugunsten des Standortes Deutschland und der Mitgliedschaft im Flächentarif ausfallen. Diese Forderungsempfehlung lässt befürchten, dass sich die IG Metall dieser kritischen Phase nicht bewusst ist.

Wir stehen vor einer Weggabelung, was die weitere Entwicklung der Industrie angeht. Gestalten wir die Zukunft? Oder wird sie zu teuer? Ich kann nur hoffen, dass sich die IG Metall bis zum endgültigen Beschluss darüber klar wird, dass bei allen Unternehmen sowohl die Entscheidung für den Flächentarif als auch für den Standort Deutschland am Ende sehr nüchtern und vor allem mit Blick auf die Kosten getroffen wird.“

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