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Matthias  Rust
Matthias Rust
Geschäftsführer SchuleWirtschaft Hessen
Tel: 069 95808-255
E-Mail: rust.matthias@bwhw.de

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Der Wettbewerb: „Präsentieren & Gewinnen“



Schülerinnen und Schüler für aktuelle wirtschaftliche Themen und Zusammenhänge zu interessieren – das ist das Ziel des Wettbewerbs. Als Themen willkommen sind alle aktuellen wirtschaftspolitischen Fragestellungen – von der Energiewende über Frauenquote bis zu Auswirkungen von Arbeitskämpfen oder Flüchtlingshilfe als Wirtschaftsfaktor. Die Wahl des Themas ist frei, der Beitrag sollte allerdings einen klaren Bezug zum Land oder einer Region Hessens haben.


Diese diesjährig prämierten Beiträge werden hier vorgestellt:


  • Brexit - was geht uns das an?
  • Die Folgen der Niedrigzinspolitik der EZB
  • Was bringt Bad Camberg eine Ortsumgehung?
  • Elekrtoautos - Zukunft der Mobilität


Alle Kurse „Politik und Wirtschaft“ der gymnasialen Oberstufen in Hessen können teilnehmen. Die besten drei Schülerteams präsentieren ihre Arbeiten vor Repräsentanten und Fachleuten aus Politik, Wirtschaft, Schule und Medien.

Eine prominent besetzte Jury wählt aus den Einsendungen die besten Arbeiten aus.

Die Frankfurter Rundschau richtet den Wettbewerb „präsentieren & gewinnen“ gemeinsam mit der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände VhU sowie der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft aus.

Die attraktiven Preise: Je ein Apple iPad mini mit Wi-Fi und Cellular inklusive App und E-Paper der Frankfurter Rundschau für ein Jahr, und das für jedes Mitglied der drei Gewinnerteams (mit je drei Schülern und Schülerinnen). Die drei Gewinnerteams werden außerdem zur Siegerehrung in die Redaktion der Frankfurter Rundschau eingeladen.

Die besten Arbeiten stellt die Frankfurter Rundschau in der gedruckten Zeitung sowie online vor und berichtet exklusiv von den Präsentationen der folgenden drei Gewinnerteams und des mit dem Sonderpreis ausgezeichneten Teams: 


Europa ist wichtiger geworden


Die Brexit-Verhandlungen haben begonnen - hat das auch Auswirkungen auf die Menschen im Rhein-Main-Gebiet? Das haben Bad Homburger Gymnasiasten erforscht.

Von Denis Hubert

Die Austrittsverhandlungen für den Brexit haben am Montag begonnen. Bis Mitte 2019 will Großbritannien die Europäische Union verlassen. Hat das auch Auswirkungen auf die Menschen im Rhein-Main-Gebiet? Das fragten sich Larissa Partenheimer, Max Schemann und Kevin Shi – und fanden ausgezeichnete Antworten.

Das Trio vom Kaiserin-Friedrich-Gymnasium in Bad Homburg hat im Wettbewerb „präsentieren & gewinnen“ gesiegt, den die Frankfurter Rundschau mit der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft (LAG) ausgerichtet hat. „Brexit – was geht uns das an?“, lautete ihr Thema.



Nun haben die Ausgezeichneten ihre Arbeit in der heimischen Schule einem Fachpublikum und vielen schuelerforum_6.jpgMitschülern präsentiert. Dafür bekamen sie jede Menge Lob. Von einer „handwerklich exzellenten Arbeit“ sprach Laudator und Deutsche-Bank-Sprecher Tilman Wittershagen. Die Schüler hätten das Thema sehr anschaulich erklärt und gegliedert sowie eine persönliche Affinität hergestellt.

Die Schüler zeichneten den Verlauf der Brexit-Verhandlungen nach, analysierten unterschiedliche Exit-Modelle von Norwegen bis Schweiz und arbeiteten heraus, wie Deutschland und Großbritannien verflochten sind. So hätten mehr als 2500 deutsche Unternehmen Niederlassungen in Britannien; 3000 britische Firmen seien in der Bundesrepublik aktiv.

Zudem sprachen die Ausgezeichneten über Auswirkungen auf die EU-Gemeinschaft sowie auf Frankfurt und Bad Homburg. Dabei bezogen sie Bürger mit ein, interviewten Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) und ortsansässige Unternehmen.

Während sie beim Gesundheitskonzern Fresenius keine Auswirkungen feststellen konnten, dürfte der Brexit die Ringspann GmbH schwerer treffen. Im Falle eines „harten Brexit“ – dabei scheiden die Briten auch aus dem EU-Binnenmarkt aus – müsste das Unternehmen die Lagerbestände in ihrer britischen Niederlassung erweitern, da sich Auslieferungen künftig verzögern würden.

Daran schloss sich eine Diskussion an, bei der die Teilnehmer den Brexit auch auf ihre eigene Lebenssituation bezogen. Ist Europa wichtiger geworden, fragte Peter Hanack, der die Veranstaltung mit LAG-Geschäftsführer Matthias Rust moderierte. Der Großteil der anwesenden Schüler bejahte das. Auch Mutter Beate Schemann befand: „Die Scheinsicherheit, dass das Modell Europa unantastbar ist, gibt es nicht mehr.“ Deshalb, so Max Schemann, sei es nun an der Zeit, über die politische Zukunft der EU nachzudenken. „Der Brexit hat Versäumnisse in der EU aufgedeckt.“

Zuspruch bekam er vom europapolitischen Sprecher der CDU-Fraktion im hessischen Landtag, Tobias Utter. „Alle Sonderregelungen für Großbritannien waren ein Fehler“, sagte er. Das sah auch SPD-Landtagsmitglied Elke Barth so. „Wir müssen jetzt hart verhandeln, um anderen Ländern kein Vorbild zu bieten.“ Sie glaubt, dass die Briten „sich noch umschauen werden, was sie alles für Nachteile einstecken müssen“.

Auch die Herausforderungen für die Region könnten zunehmen, wenn Banken ins Rhein-Main-Gebiet abwandern. Tilman Wittershagen glaubt, dass die Investitionen zunehmen werden. „Deutschland hat einen sehr hohen Stellenwert.“ Hinter den Kulissen liefen Gespräche, um Regelungen für Standortverlagerungen zu treffen.

Wirkt sich das auf den Arbeitsmarkt aus? „Wir dürfen nicht davon ausgehen, dass die Leute mit Mann und Maus umziehen“, sagte Wittershagen. Vielmehr würden neue Arbeitskräfte für frei werdende Jobs gebraucht. „Das ist eine Chance, aber auch ein Kraftakt.“ Denn unzählige gut ausgebildete Fachkräfte in der Finanzdienstleistungsbranche gebe es nicht.

Kollabiert in Großstädten wie Frankfurt dann auch der Wohnungsmarkt, wo bereits heute ein Verdrängungswettbewerb herrscht? „Man kann Wohnungen nicht aus dem Boden stampfen“, sagte Tobias Utter. Er möchte gegensteuern und Menschen das Wohnen auf dem Land schmackhaft machen. Aber wollen junge Leute dort überhaupt leben? Die Schüler des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums eher nicht. „Das Land ist für junge Leute sehr unattraktiv“, sagte Max Feyerabend.



Ärger über niedrige Zinsen


Ein Schülerteam vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach (Vogelsbergkreis) analysiert die Politik der Europäischen Zentralbank und gewinnt Wettbewerb.

Von Peter Hanack

Mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) ist es schon ein Ärgernis. Vor allem für jene, die etwas Geld auf dem Sparbuch haben – dafür aber so gut wie keine Zinsen mehr bekommen. Für jene allerdings, die sich Geld leihen wollen, etwa um ein Haus zu kaufen, ist das niedrige Zinsniveau erfreulich.

So weit die Verbraucherperspektive. Vinzent Narz, Andreas Silmann und Till Trier haben noch viel schülerforum_5.jpggenauer hingeschaut. Die drei Schüler vom Alexander-von-Humboldt-Gymnasium in Lauterbach (Vogelsbergkreis) haben das Handeln der EZB daraufhin untersucht, welche Folgen es für ganze Staaten und Staatengemeinschaften hat. Dazu haben sie beispielsweise die wirtschaftliche Entwicklung Portugals mit der Deutschlands verglichen, 25 Unternehmen befragt, mit Wissenschaftlern gesprochen und Ausstiegsszenarien aus dieser Politik des billigen Geldes entwickelt.

Der Beitrag der drei Jugendlichen zum Wettbewerb „präsentieren & gewinnen“ hat die Jury derart beeindruckt, dass sie dem Team vom Humboldt-Gymnasium und dessen betreuendem Lehrer Karsten Krämer den Sonderpreis für die umfassendste und tiefgründigste Arbeit in der aktuellen Wettbewerbsrunde zuerkannt haben.

„Anlass für unsere Arbeit war, dass sich in den Familien viele über die niedrigen Zinsen aufregen“, erklärte Vinzent. „Uns ging es dann darum, die verschiedenen Ebenen zu beleuchten, die das Thema hat“, ergänzte Till. Dass dies gelungen ist, machte VhU-Geschäftsführer Jörg Feuchthofen deutlich. „Das, was Sie abgeliefert haben, würde auch wissenschaftlichen Ansprüchen genügen“, sagte er.

Seinen Preis hat das Team aus Lauterbach nun eingelöst. Zusammen mit Jörg Feuchthofen und dem Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, Matthias Rust, besuchten die vier das Druckzentrum der Frankfurter Societäts-Druckerei in Mörfelden-Walldorf, in dem auch die Frankfurter Rundschau gedruckt wird. Zuvor hatten die Schüler und ihr Lehrer bei einem Besuch der FR-Redaktion Gelegenheit, sich im Gespräch mit FR-Redakteur Peter Hanack über die Produktion einer Tageszeitung in all ihren gedruckten und digitalen Erscheinungsformen zu informieren.

Zum Ende der 90-minütigen Tour durch das Druckzentrum konnten die Gäste aus Lauterbach dann gleich noch ein Stück Informationsvorsprung mitnehmen: die frisch aus den Maschinen gezogene Frankfurter Rundschau vom nächsten Tag.


Anstoß für intensive Diskussion


Bad Camberger Schülerinnen thematisieren eine Umgehungsstraße und gewinnen beim Wettbewerb von FR und Unternehmerverbänden.


von Peter Hanack


Es war 1956, als ein durchreisender Regierungsbauinspektor feststellte, in Bad Camberg gebe es eine „beschwerliche Ortsdurchfahrt“. Das ist gut 60 Jahre her, und etwa ebenso lang wird in dem ansonsten beschaulichen Ort im Hintertaunus über den Bau einer Umgehungsstraße diskutiert.

Nun soll sie kommen, die B8-Umgehung. Die Pläne sind gezeichnet, die Finanzierung scheint gesichert. Aber ist damit wirklich alles gut?

Michelle Back, Sabrina Pfister und Theresa Schmitt haben in ihrer Arbeit zum Wettbewerb „präsentieren & gewinnen“ die Frage gestellt: „Was bringt Bad Camberg eine Ortsumgehung?“ Die drei Schülerinnen der Taunusschule haben dazu stundenlang mit ihrer Videokamera an einer befahrenen Kreuzung herumgestanden, haben 100 Einwohner befragt, mit dem Bürgermeister und vielen anderen gesprochen.schülerforum_1.jpg

Herausgekommen ist ein Beitrag, mit dem sie den Oberstufenwettbewerb von Frankfurter Rundschau, der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) und der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft gewonnen haben.

Nun haben sie ihre Präsentation in ihrer Schule Vertretern der Kommunal- und Landespolitik, von Umweltschutzverbänden und Bürgerinitiativen vorgestellt – und eine lebhafte Debatte angestoßen, die der Geschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft, Matthias Rust, moderierte.

„Es ist ja selten, dass wir uns in der Jury des Wettbewerbs mit einem Uralt-Thema befassen“, sagte FR-Chefredakteur und Laudator Arnd Festerling. Doch gleichzeitig sei der Bau der Umgehungsstraße top-aktuell.

„Sie haben sehr verständlich und sorgfältig ausgearbeitet, dass die Diskussion darum, was das für die Stadt und ihre Bewohner heißt, gerade erst beginnt“, lobte Festerling die drei Schülerinnen. Die Auseinandersetzung mit einem lokal und regional so bedeutsamen Thema zeige die Auswirkungen von Politik vor Ort und mache so Demokratie erfahrbar. Bei der Umfrage der Schülerinnen hatten sich 83 Prozent der Befragten für den Bau der Ortsumgehung ausgesprochen. Beim Forum in der Taunusschule wollte sogar keiner der zahlreichen Anwesenden das Projekt grundsätzlich in Frage stellen. Zu hoch sei offenbar der Leidensdruck aus Lärm und Abgasen, dem die Anwohner der Bundesstraße 8 in der Ortsdurchfahrt seit Jahrzehnten ausgesetzt sind.

„Auch wir wollen den Bau nicht kippen“, sagte Hermann Maxeiner, stellvertretender Vorsitzender des BUND im Kreis Limburg-Weilburg. „Wir glauben aber, dass Umgehungsstraßen den Individualverkehr fördern, Lärm und Abgase werden lediglich verlagert und nehmen sogar noch zu“, gab er zu bedenken. „Es wird tiefe ökologische Einschnitte geben, die neue Straße zerschneidet den Lebensraum vieler Tierarten“, mahnte auch Erich Grzesista vom Naturschutzbund Bad Camberg.

schülerforum_2.jpg„Gravierende Eingriffe in die Natur müssen gut begründet sein“, räumte Bad Cambergs Ex-Bürgermeister Wolfgang Erk (SPD) ein, in dessen Amtszeit ein Großteil der Planungen fällt. Der heutige Autoverkehr aber mache es nötig, intensiv über Entlastungen nachzudenken. Dazu gehöre, den Individualverkehr zu reduzieren, etwa indem Radwege und das Busnetz ausgebaut würden. Um Ende gehe es darum, Bad Camberg attraktiver zu machen.

Eugen Reichwein von Hessen Mobil, das die Planungen federführend begleitet, sagte: „Wenn die B8 innerorts weniger Verkehr hat, dann haben dort auch die Geschäftsleute wieder eine Chance.“ Dem allerdings widersprach Bärbel Hartmann, die für die Grünen im Stadtparlament sitzt. „Mit der Umgehung allein ist die Einzelhandelsproblematik nicht zu lösen, damit bekommen wir auch kein florierendes Geschäftsleben“, sagte sie.

Liv Lörchler, Mitschülerin der drei Preisträgerinnen,kritisierte: „Bislang ist die Bahnverbindung zur Schule und zur Innenstadt zu schlecht, da werde ich meist mit dem Auto gefahren.“ Sie würde gerne bummeln gehen – auch wieder in Bad Camberg, an Straßen, „auf denen weniger Autos fahren, wo Platz für Räder ist und Alleebäume Schatten spenden“.



Im Elektroauto zu den Klimazielen


Beim Wettbewerb von FR und Unternehmerverbänden geht es auch um Elektromobilität. Gymnasiasten aus Schwalbach werben in einer preisgekrönter Arbeit für eine bessere Infrastruktur.


von Denis Hubert


Eine Million Elektroautos sollen bis 2020 auf deutschen Straßen fahren. Das ist ein ambitioniertes Ziel, denn bislang sind nur rund 50 000 solcher Fahrzeuge unterwegs. Dabei bietet die Elektromobilität Vorteile. „Das E-Auto ist geräuschloser, umweltfreundlicher und einfach zu bedienen“, sagt Fabian Koke. „Und die Stromkosten sind geringer als die Spritkosten“, ergänzt Hannah Zimmermann.

Die beiden Schüler der Albert-Einstein-Schule in Schwalbach kennen sich aus. Gemeinsam mit Klassenkamerad Sung-Hyuk Lee haben sie im Wettbewerb „Präsentieren & Gewinnen“ gesiegt, den die Frankfurter Rundschau mit der Landesarbeitsgemeinschaft Schule-Wirtschaft (LAG) und der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) ausrichtet. „Elektroautos – Zukunft der Mobilität“, lautete ihr Thema.schülerforum_3.jpg

Nun haben die ausgezeichneten Schüler ihre Ergebnisse im Haus der Wirtschaft einem Fachpublikum und vielen Mitschülern präsentiert. Dafür bekamen sie jede Menge Lob. Fraport-Chef und Laudator Stefan Schulte sprach von „einer exzellenten Arbeit“, da die Schüler das Thema inhaltlich durchdrungen und ansprechend aufgebaut hätten. „Dass wir ihre Arbeit ausgewählt haben, liegt nicht daran, dass wir am Frankfurter Flughafen Elektroautos haben.“ Auch wenn Schulte betonte, dass es am Airport mit den E-Autos gut laufe.

Wenn die E-Mobilität aber so vorteilhaft ist: Warum fährt dann nicht jeder ein Elektroauto? Und wieso haben sie es so schwer, sich auf dem Markt durchzusetzen? Elektroautos seien teurer als herkömmliche Modelle mit Verbrennungsmotoren, begründeten die Schüler dieses Missverhältnis. Auch hätten sie eine lange Ladezeit, die vor allem bei langen Strecken zum Hindernis werden könne. Axel Fleischer vom Referat für Mobilität und Verkehrsplanung der Stadt Frankfurt zweifelte daher an, dass sich Elektroautos mit Batterietechnik wirklich durchsetzen.

Auch die Preisträger sind skeptisch. „Die Akkuherstellung und -entsorgung ist ein Problem“, sagte Fabian Koke. „Elektroautos sind zwar nicht so ökologisch wie gedacht, aber immer noch besser als solche mit Verbrennungsmotor.“ Aus Konsumentensicht sei es wichtig, in Leistung und Infrastruktur zu investieren. „Wenn die Leistung den Preis überwiegt, kauft ein Konsument ein Elektroauto.“

Daran schloss sich eine lebhafte Diskussion an, an der sich viele Politiker und Experten beteiligten. Jens Battenfeld von den Stadtwerken Offenbach etwa setzt auf mehrere Fahrzeugtypen. „Elektromobilität umfasst mehr als nur E-Autos“, sagte er. In die gleiche Kerbe schlug Ansgar Roese vom Kompetenzteam für Logistik und Mobilität der Stadt Frankfurt. „Gerade in Frankfurt mit seinen vielen Pendlern geht es auch um Wirtschaftlichkeit“, sagte er. „Wir müssen in allen Sparten Alternativen anbieten, auch um die Schadstoffgrenzwerte einzuhalten.“schülerforum_4.jpg
Am ökologischsten wäre es wohl, sein Auto stehen zu lassen. „Ist es als junger Mensch überhaupt wichtig, eins zu haben?“, fragte die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Hessischen Landtag, Karin Müller. Aus Sicht der Jugend nicht zwangsläufig, jedoch: „Das Auto ist auch in unserer Generation noch sehr wichtig – vor allem für weite Strecken“, sagte Hannah Zimmermann.

Aber ein eigenes? Oder sollte man besser auf Carsharing setzen? FR-Redakteur Peter Hanack, der die Veranstaltung gemeinsam mit LAG-Geschäftsführer Matthias Rust moderierte, warf ein, dass irgendwann zusätzlich überall „,cars to go‘ herumstehen“ könnten. Fraport-Chef Schulte glaubt nicht so recht an Carsharing. „Die Leute wollen am Ende doch lieber ihr eigenes Auto.“ Zuspruch erhielt er von Christian Heinz, der für die CDU im Hessischen Landtag sitzt. „Das Auto wird man nicht ersetzen können“, sagte er. „Wir wollen nicht gängeln, sondern es besser machen.“ In den Innenstädten solle auf Verbrennungsmotoren verzichtet werden. „Landespolitisch wollen wir den CO2-Verbrauch verringern.“

Das möchte auch Grünen-Politikerin Müller. „Der Austausch des Verbrennungs- durch einen Elektromotor macht aber noch keine Energiewende“, sagte sie. Das Elektroauto könne nur Teil einer Kette sein. Das hört Paul Fay vom Energiereferat der Stadt Frankfurt gerne. „Wenn wir nicht auf E-Mobilität umstellen“, sagte er, „werden wir unsere Klimaschutzziele nicht durchsetzen.“